Herzlich Willkommen

Die Astronomische Vereinigung St.Gallen ist ein engagierter Verein, der sich der Förderung der Astronomie und verwandter Wissenschaften widmet. Ziel ist es, astronomisches Wissen durch gemeinsame Himmelsbeobachtungen, Vorträge, Kurse und Diskussionen sowohl unter den Mitgliedern als auch in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Unsere Mitglieder sind Kollektivmitglieder der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) . Unser Verein schafft einen inspirierenden Raum, um die Faszination des Universums gemeinsam zu entdecken und zu teilen.

Artikel im Quartier-Magazine Riethüsli

Doro Anderegg hat über ihren Besuch unserer Sternwarte einen sehr schönen Artikel im Quartier-Magazin Riethüsli erstellt. 

Das Weltall ins Quartier holen

Astronomische Wetteraussichten in St.Gallen

Tipp: Auf die grünen Quadrate in der ersten Zeile "Summary" achten. Dann ist der Himmel klar und die Sterne sind zu sehen:

Nächster Beobachtungsabend

Mi, 12. August ab 19:00 bis 20:00 Uhr

Bei schönem Wetter, und leider von unserer Sternwarte nicht beobachtbar. Wir informieren, wenn wir einen alternativen Beobachtungsstandort gefunden haben.

Nächster Vortrag

Anfang Oktober wird ein weiterer Vortrag organisiert. Näheres demnächst hier.

Astronomische Ereignisse

Die ISS über St. Gallen – Raumfahrt mit blossem Auge

Nächster sehr guter Überflug:
21. Mai (21:51 Uhr MESZ)

Standort: St. Gallen, Schweiz

Es gibt kaum etwas Eindrucksvollereres, als ein helles Licht lautlos und schnell über den Nachthimmel gleiten zu sehen – und zu wissen: Dort oben, 400 km über unseren Köpfen, leben und arbeiten gerade Menschen. Die Internationale Raumstation ISS ist in diesen Wochen bei günstiger Wetterlage regelmässig über St. Gallen zu sehen.

Donnerstag, 21. Mai – 21:51 Uhr MESZ

Parameter Wert
Maximum Nordnordosten, 72° Höhe
Helligkeit Magnitude –3.2

So beobachtet man die ISS

  • Kein Teleskop nötig – das blosse Auge reicht vollkommen

  • Pünktlich sein: Die Station erscheint exakt zur angegebenen Zeit
  • Dunklen Standort suchen, Strassenlaternen im Rücken
  • Die ISS bewegt sich zügig von Horizont zu Horizont – in ca. 5–6 Minuten ist der Überflug vorbei
  • Für Fotografen: Kamera auf Stativ, ISO 800–1600, Blende f/2.8, 15–25 Sek. Belichtung – die ISS hinterlässt eine helle Leuchtspur

Weitere Überflüge planen

Aktuelle Vorhersagen für St. Gallen: heavens-above.com

400 Kilometer über unseren Köpfen arbeiten gerade Menschen im All. Für fünf Minuten sind sie sichtbar – ein Lichtpunkt, der stiller durch den Himmel zieht als ein Flugzeug, und doch unendlich weiter weg.

Internationale Raumstation ISS – NASA, public domain

Stellarium

Merkur am Abendhimmel – der scheue Planet zeigt sich

 

Datum: 15.–16. Juni 2026 (grösste östliche Elongation)
Beobachtungszeit: 21:30–22:15 MESZ
Richtung: Nordwesten

Merkur ist der schwierigste der klassischen Planeten: Als innerster Planet entfernt er sich nie weit von der Sonne und bleibt oft im Licht der Dämmerung unsichtbar. Mitte Juni 2026 bietet er jedoch sein bestes Abendfenster des Jahres.

Am 15. Juni erreicht Merkur seine grösste östliche Elongation (ca. 24° von der Sonne entfernt), und am 16. Juni steht er auf seiner höchsten Position über dem Abendhorizont. Von St. Gallen aus ist er gegen 21:30–22:00 MESZ knapp 8–10° über dem Nordwesthorizont zu finden – klein, aber mit Magnitude rund +0.5 durchaus mit blossem Auge erkennbar, sofern der Horizont frei ist.

Das Zeitfenster ist kurz: Merkur geht gegen 22:45 MESZ unter, und das restliche Dämmerungslicht lässt nur eine knappe halbe Stunde für die Beobachtung. Ein Feldstecher hilft, den Planeten in der Dämmerung zu finden.

Beobachtungshinweis: Klare Sicht Richtung Nordwesten ist entscheidend. Tipp: Venus als Leitplanke nutzen – sie steht zu dieser Zeit ebenfalls im Westen und zeigt die Richtung.

 

Sommersonnenwende – Die kürzeste Nacht des Jahres

Datum: 21. Juni 2026, 04:42 MESZ
Besonderheit: Kürzeste Nacht, leuchtende Nachtwolken (NLC), Sommerdreieck

Am 21. Juni um 04:42 MESZ erreicht die Sonne ihren nördlichsten Punkt – die Sommersonnenwende. In St. Gallen geht die Sonne an diesem Tag erst um 21:27 Uhr unter und bereits um 05:27 Uhr wieder auf. Die astronomische Dämmerung endet erst gegen 23:30 Uhr – und beginnt schon wieder kurz nach 03:00 Uhr morgens. Für echte Dunkelheit bleiben nur gut dreieinhalb Stunden.

Das klingt nach einer schlechten Beobachtungsnacht – und für schwache Deep-Sky-Objekte stimmt das. Doch die Sommersonnenwende hat ihren ganz eigenen Reiz: nachtblaue Dämmerung bis fast Mitternacht, leuchtende Nachtwolken (Noctilucent Clouds, NLC), die um diese Jahreszeit in 15–20° Höhe über dem Nordhorizont aufleuchten können, und das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair, das ab Mitternacht prächtig im Zenit steht.

Leuchtende Nachtwolken entstehen in rund 80 km Höhe – weit oberhalb der normalen Atmosphäre – und werden von der bereits unter dem Horizont stehenden Sonne noch angestrahlt. Sie erscheinen in einem unwirklichen, silbrig-blauen Leuchten und sind eines der zartesten Phänomene, die der Sommerhimmel zu bieten hat. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 23:30 und 01:00 MESZ, Blickrichtung Nord bis Nordwest.

Beobachtungshinweis: Die Nacht der Sonnenwende ist ideal für das Beobachten leuchtender Nachtwolken (Richtung Norden, 23:30–01:00 MESZ) und für einen ersten Blick auf den Sommerhimmel. Und sie erinnert uns: In wenigen Wochen werden die Nächte wieder länger.

Bildquelle: Wikimedia Commons
Urheber: Matthias Süßen
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Hinweis: Ausgezeichnetes Bild («Featured Picture» auf Wikimedia Commons) – leuchtende Nachtwolken über der Ostsee bei Laboe, Deutschland, 21. Juni 2019.

Aufnahme: Ralph Goebel 

Vollmond im Steinbock – Der Sommermond bleibt tief am Horizont

Datum: 30. Juni 2026, 01:57 MESZ (Vollmond-Moment)
Mondaufgang St. Gallen: ca. 21:40 MESZ
Maximale Höhe: ~20° über dem Südhorizont

Am 30. Juni 2026 um 01:57 MESZ tritt der Mond in die volle Phase. Der Sommermond hat eine besondere Eigenheit, die viele überrascht: Er steht genau entgegengesetzt zur Sonne – und während die Sommersonne hoch am Himmel thront, bleibt der Vollmond im Sommer auffallend tief über dem Horizont.

Von St. Gallen aus geht der Junivollmond gegen 21:40 MESZ im Südosten auf – noch rötlich-warm gefärbt durch die dicke Luftschicht nahe dem Horizont – und steigt in der Nacht auf maximal rund 20° Höhe. Das macht ihn zwar zu keinem Freund der Deepsky-Beobachtung (das Mondlicht überstrahlt schwache Objekte), aber fotografisch und visuell zu einem beeindruckenden Anblick.

Jupiter und Venus sind in dieser Nacht ebenfalls sichtbar: Sie stehen im Westen und werden vom Mondlicht kaum gestört – ein lohnender Kontrast am Abendhimmel.

Mit einem Teleskop oder Feldstecher lassen sich Krater und die dunklen Mare-Gebiete wunderbar erkunden. Besonders eindrucksvoll: die Terminator-Linie ist beim Vollmond zwar verschwunden, dafür kommt das gesamte Strahlensystem des Tycho-Kraters zur Geltung.

Beobachtungshinweis: Den Mondaufgang im Südosten beobachten – die ersten Minuten über dem Horizont sind die stimmungsvollsten. Mit einem Teleskop oder Feldstecher lassen sich Krater und die Mare-Gebiete wunderbar erkunden.

... ein Blick zurück

Die Sonne und ihr Einfluss auf die Erde - die aktuelle Forschung

Frau Prof. Dr. Lucia Kleint, Professorin für Astronomie an der Uni Bern und Direktorin des Observatoriums Zimmerwald, gab uns am 8. April im Naturmuseum St. Gallen ausführlich Einblick in die aktuelle Sonnenforschung. Durch Auswertung des riesigen Bildmaterials der NASA und durch Aufnahme und Analyse detaillierter und hochauflösender Aufnahmen ihrer Forschungsgruppe sollen Sonneneruptionen, die geladene Teilchen Richtung Erde schleudern, künftig besser und früher vorhergesagt werden.

Dabei bringt sie ihrer Kenntnisse im Bereich der künstlichen Intelligenz ein, welche es ermöglicht grössere Datenmengen in viel kürzerer Zeit nach Indizien für bevorstehende Sonneneruptionen zu durchsuchen.

 

Diese Vorhersage ist sehr wichtig, denn auch die Auswirkungen auf unsere komplexe elektronische Infrastruktur wurden uns sehr eindrücklich erläutert.

Das Interesse war trotz des schönen Frühlingswetters sehr gross und der Saal mit 100 Sitzplätzen fast vollständig besetzt. Das Publikum war ausserordentlich gut informiert und stellte Frau Prof. Dr. Kleint viele hochinteressante Fragen zum Thema, welche ausführlich beantwortet wurden.

Fernerkundung und Satellitenbeobachtung

Ella Schubiger,
Wissenschaftliche Mitarbeiterin NPOC, Universität Zürich

Am Mittwoch, 24. September veranschaulichte uns Ella Schubiger in ihrem sehr interessanten und mit vielen Bildern und Illustrationen versehen Vortrag die heutigen Möglichkeiten der Fernerkundung durch Satellitenbeobachtung.

Wir erfuhren welche Satelliten auf ihren unterschiedlichen Bahnen und Technologien für die verschieden Beobachtungen eingesetzt werden.

Besonders ans Herz möchte ich allen einen Besuch auf der Website des Copernicus Browsers legen, der einen freien Zugang zu Sentinel Satellitenbildern in verschiedenen Wellenlängen und Zeiträumen ermöglicht.

https://browser.dataspace.copernicus.eu

Vereinsreise zum AOT in Arosa

Am 5. Juli 2025 fand unsere Vereinsreise zum Astrophysikalisches Observatorium Tschuggen - Arosa (AOT) statt.

Hier geht es zum Bericht

Das rätselhafte Gewebe unserer Wirklichkeit und die Grenzen der Physik

Am Mittwoch, dem 14.5. durften wir im Naturmuseum einen Vortrag von Prof. Dr. Gerd Ganteför erleben. Er beleuchtet fundamentale Fragen der Astrophysik, die bis heute unbeantwortet sind. Prof. Ganteför verknüpfte das ganz Grosse (Raumzeit, Urknall) mit dem ganz Kleinen (Quantentheorie, Vakuumfluktuationen, Dunkle Energie) und eröffnete dabei spannende Perspektiven auf das, was die Physik bislang (noch) nicht erklären kann.

Die Information als Grundbaustein ist überall nötig wo Leben ist. Sie lässt Platz für etwas Immatrielles, etwas Geistiges in unserem Universum, dass nicht einfach nur als grosse Maschine betrachtet werden sollte.

Sollten sich die Messungen des James Webb Space Teleskop bewahrheiten, das bereits beim 5. untersuchten Exoplaneten in den Spektren der Atmosphäre Spuren von Leben entdeckt hat. Dann muss das Leben, welches mit Blick auf die Entropie eigentlich ganz und gar unwahrscheinlich ist, in "noch" nicht entdeckten Gesetzmässigkeiten unseres Universums  verankerten sein. 

Wir danken und hoffen auf eine baldige Wiederholung mit einem neuen spannendem Thema.

AVSG Chlausabend

Am Freitag, 6.12.2024  fand der AVSG Chlausabend oberhalb St.Georgen im Restaurant Unterer Brand unweit unserer Sternwarte statt. Es ware alle AVSG Mitglieder herzlich eingeladen mit ihrer Partnerin das Vereinsjahr gemeinsam ausklingen zu lassen. Auch wenn nur wenige die Zeit fanden, genossen wir gemeinsam einen gemütlichen Abend und Elisabeth sorgte für unser kulinarisches Wohl.

Vereinsreise 2024: Ein Blick in die faszinierende Welt der Raumfahrt

Am Samstag, 16. November 2024, führte die Vereinsreise der AVSG zur Ausstellung „Technik im Blick: Von der Erde ins All“, die im Rahmen des neuen Studienlehrgangs für Weltraum-Technologie konzipiert wurde.

Weitere Aufnahmen hier: Fotos

Besonders beeindruckend war die persönliche Führung durch den Raumfahrtexperten Men Schmidt, der nicht nur viele der ausgestellten Exponate selbst gebaut und zur Verfügung gestellt hatte, sondern auch mit seinem enormen Fachwissen zu überzeugen wusste. Zu jeder Mission konnte er detaillierte Daten und spannende Hintergrundinformationen liefern, die die Geschichte und Technik der Raumfahrt lebendig machten. Diese Mischung aus fundiertem Wissen und einzigartigen Exponaten machte den Besuch zu einem inspirierenden und unvergesslichen Erlebnis!

Tag der offenen Tür

Am Samstag, 09. November, hatten wir von 14 Uhr bis 21 Uhr die Türen unsere Sternwarte für Besucher geöffnet. Leider mit viel Nebel. Nur zu Beginn liess sich ein Blick im Weisslicht auf unsere Sonne erhaschen. Denoch hatten wir am späteren Nachmittag und Abend viele Besucher und Familien, welche die Sternwarte mit ihrer historischen Kuppel besuchen und viele Fragen stellen konnten.

Speziell der Bau einer eigenen drehbaren Sternkarte wurde von unseren Familien intensiv genutzt. Und trotz Nebel konnte deren Handhabung über die an die Leinwand projektierte Simulation des Sternhimmels geübt werden.

Nochmals vielen Dank an unsere Besucher für das entgegengebrachte Interesse.

20 und 10 Jahre Jubiläen der Rosetta Mission

Am 4. Speptember hielt Frau Prof. Dr. Kathrin Altwegg im Naturmuseum St.Gallen einen Vortrag anlässlich der 10 & 20 Jahre Jubiläen der Rosetta Misson. Sie war Projektleiterin des Massenspektrometers «Rosina», das an Bord der ESA-Raumsonde Rosetta den Kometen «Chury» vermessen hat. Sie berichtete über interessante Details und Hintergrundinformationen zum Kometen und zur Mission der ESA Raumsonde welche im Jahre 2014 den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko besuchte.

Meteoritensuche in der Antarktis

Am Mitwoch, 12.6.2024 durfte der AVSG im Naturmuseum St.Gallen Frau Dr. Maria Schönbächler (Erdwissenschaften ETH Zürich) begrüssen.

Wie entstand unser Sonnensystem? Woher kommen unsere Kometen und aus welchem Material bestehen sie? Was passiert wenn ein Meteorit in die Erdatmosphäre eintritt und den Fall bis zur Erdoberfläche übersteht? Wie findet man Meteoriten? Warum sucht man sie in der Antarktis? Was können wir aus der Forschung an Meteoriten über unser Sonnensystem lernen?

Fragen über Fragen, die uns Frau Dr. Schönbächler in ihrem kurzweiligen Vortrag beantworten konnte. Nochmals vielen Dank.

Und war die Suche erfolgreich? Aber ja! Man fand neben kleineren Meteoriten auch einen Brocken von beachtlichen 7.6 kg. Dieser Meteorit ist  grösser als 99.7% aller 40'000 bereits in der Antarktis gefunden Meteoriten!