Sommersonnenwende – Die kürzeste Nacht des Jahres
Datum: 21. Juni 2026, 04:42 MESZ
Besonderheit: Kürzeste Nacht, leuchtende Nachtwolken (NLC), Sommerdreieck
Am 21. Juni um 04:42 MESZ erreicht die Sonne ihren nördlichsten Punkt – die Sommersonnenwende. In St. Gallen geht die Sonne an diesem Tag erst um 21:27 Uhr unter und bereits um 05:27 Uhr wieder auf. Die astronomische Dämmerung endet erst gegen 23:30 Uhr – und beginnt schon wieder kurz nach 03:00 Uhr morgens. Für echte Dunkelheit bleiben nur gut dreieinhalb Stunden.
Das klingt nach einer schlechten Beobachtungsnacht – und für schwache Deep-Sky-Objekte stimmt das. Doch die Sommersonnenwende hat ihren ganz eigenen Reiz: nachtblaue Dämmerung bis fast Mitternacht, leuchtende Nachtwolken (Noctilucent Clouds, NLC), die um diese Jahreszeit in 15–20° Höhe über dem Nordhorizont aufleuchten können, und das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair, das ab Mitternacht prächtig im Zenit steht.
Leuchtende Nachtwolken entstehen in rund 80 km Höhe – weit oberhalb der normalen Atmosphäre – und werden von der bereits unter dem Horizont stehenden Sonne noch angestrahlt. Sie erscheinen in einem unwirklichen, silbrig-blauen Leuchten und sind eines der zartesten Phänomene, die der Sommerhimmel zu bieten hat. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 23:30 und 01:00 MESZ, Blickrichtung Nord bis Nordwest.
Beobachtungshinweis: Die Nacht der Sonnenwende ist ideal für das Beobachten leuchtender Nachtwolken (Richtung Norden, 23:30–01:00 MESZ) und für einen ersten Blick auf den Sommerhimmel. Und sie erinnert uns: In wenigen Wochen werden die Nächte wieder länger.